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Windlichter

Montessori Kinderladen Hohen Neuendorf

Pädagogik

Umsetzung des Bildungsauftrags

1. Körper, Bewegung und Gesundheit

„Gesundheit ist der Zustand vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur des Freiseins von Krankheit und Gebrechen.”
(WHO, 1948)

Besonders wichtig ist uns die Förderung der psychischen Gesundheit, insbesondere des seelisch-körperlichen Wohlbefindens.

In unserem Montessori-Kinderladen erhalten die Kinder sowohl beim Turnen und Tanzen im Innenbereich als auch beim freien Spiel in unserem naturnahen Außenbereich ausreichend Gelegenheit, sich auf schiefen Ebenen und gestuften Podesten zu bewegen, zwischen schneller und langsamer Bewegung immer wieder zu wechseln, zu springen, auf der Schaukel zu schwingen oder im Rhythmus von Musik ihre Bewegungen zu koordinieren. Der ganze Bereich der Psychomotorik hat somit einen festen Platz im Alltag unseres Kinderladens.

Durch das regelmäßige Einbeziehen der Kinder in die Zubereitung der Vesper und durch gemeinsames Kochen und Backen werden die von uns betreuten Kinder für eine gesunde Ernährung sensibilisiert und ganz nebenbei erwerben sie die Grundprinzipien von Hygiene und Arbeitsschutz. Zur Visualisierung der Nahrungsmittelbereiche nutzen wir die aid-Ernährungspyramide. Diese wird von den Kindern stets aufs Neue entsprechend der verwendeten Zutaten bestückt.

Untergliedert wird der Bildungsbereich Körper, Bewegung und Gesundheit in die 3 Teilbereiche:

  1. Spielen und Improvisiern, Räumliche Orientierung
  2. Motorische Koordination und Kontrolle, Materialien handhaben
  3. Fit und gesund bleiben

Praxisbeispiel

  • Waldtag: in jeder Woche möglichst einen Tag draußen verbringen
  • tägliches Spielen im Freien
  • Tanzen und Bewegen zur Musik in den Tagesablauf integriert
  • Projekt Gesunde Ernährung
  • donnerstags "Kochkinder"
  • Obst und Getränke stehen jederzeit zur Verfügung
  • selbst angelegtes Kräuterbeet
  • Kurs "Ersthelfer von morgen" der Johanniter Unfallhilfe alle 2 Jahre

2. Sprache, Kommunikation und Schriftkultur

Sprachentwicklung ist kein isolierter Prozess, sondern vielfach eingebunden. So lernen Kinder zum Beispiel mit allen Sinnen und über die Bewegung im Alltagsleben.
Sprachbildung hat zum Ziel, dass das Kind sein Denken sinnvoll und differenziert ausdrückt. Sprachförderung ist eingebettet in persönliche Beziehungen und Kommunikation und in Handlungen, die für Kinder Sinn ergeben. Zentraler Bestandteil sprachlicher Bildung sind kindliche Erfahrungen rund um Buch-, Erzähl- und Schriftkultur (Literacy).

So wie das Kind schrittweise das Sprechen erlernt, bereitet es Montessori auch schrittweise auf das Schreiben und Lesen vor. Zunächst muss die Grundlage gelegt werden für das erste Verständnis dafür, dass Gedanken durch geschriebene Zeichen vermittelt werden können.

Um der anspruchsvollen Aufgabe des sprachlichen Bildungsprozesses gerecht zu werden, setzen wir auf eine Sprachförderung in ganzheitlichem Zusammenhang: Sprache und Musik, Sprache und Bilder/ Schrift, Sprache und Bewegung, Sprache und Alltagshandeln sind dabei nur einige Aspekte.

Gemeinsames Bildungsziel in den 6 wichtigsten Themenbereichen ist dabei:

  • den Wortschatz zu unterschiedlichen Themen zu entwickeln, zu erweitern und zu vertiefen
  • phonologische Bewusstheit zu entwickeln, zu erweitern und zu vertiefen
  • Sprechfreude zu wecken und zu entwickeln

Die 6 wichtigesten Themenbereiche sind:

  1. Reime – Lieder – Fingerspiele
  2. Begegnungen mit Bildern und Geschichten - Interesse an Büchern
  3. Spielend sprechen
  4. Sprechen im Alltag
  5. Wir machen Theater
  6. Schriftsprache

Praxisbeispiele:

  • tägliches Vorlesen
  • tägliches Sprechen und Erzählen (lassen)
  • Namensschilder der Kinder, Beschriftungen an Materialien
  • Aufsagen von Gedichten
  • Fingerspiele und Reime täglich im Abschlusskreis
  • Nacherzählen von Veranstaltungen (u. a. für den Elternbrief)
  • Bilderbuchbetrachtungen
  • Theateraufführungen besuchen
  • Tischtheater spielen
  • Sprachförderung mit den Schlaumäusen (Sprachförderprogramm von Microsoft)

3. Musik

Musik ist ein zentraler Bestandteil menschlicher Kultur und eine Grunderfahrung des Menschen.

Musik und musikalische Praxis haben einen positiven Einfluss auf die geistige, seelische und emotionale Entwicklung von Kindern, werden von diesen aufgegriffen und eigenständig genutzt.

Zu den Basiskomponenten der Musik gehören Melodie, Rhythmus und Klangfarbe. Der Rhythmus ist auch die Komponente, die diesen Bereich am augenfälligsten mit Grundstrukturen des menschlichen Lebens verbindet: Der Mensch handelt rhythmisch im Sinne von Wechseln und Gegensätzen (z. B. Einatmen/Ausatmen, Spannung/Entspannung) und er ist Teil der Natur (Jahreszeiten, Tag/ Nacht).

Um unseren Kindern die vielfältigen Nuancen der Musik zu erschließen, setzen wir im Montessori-Kinderladen themenübergreifend musikalische Elemente in allen Bildungsbereichen ein. Singen, Klatschen, Bewegung zu Liedern, Rhythmen und Reimen gehören daher ebenso zum Alltag wie der freie Zugang zu Klang- und Rhythmusinstrumenten. In Tanz- und Bewegungsspielen können die Kinder ihre Körperwahrnehmung entwickeln und die Raum- und Zeitverhältnisse von Bewegung erspüren. Sie können mit Klängen, mit der eigenen Stimme und mit Körperbewegung in Verbindung mit Musik experimentieren.

Daneben werden mit den Kindern in kleinen Gruppen, aufgeteilt nach individuellen Interessen und Schwerpunkten, einmal pro Woche entweder Instrumente gebastelt und ausprobiert, mit Klängen experimentiert oder Musik durch Bewegung ausgedrückt.

Praxisbeispiele:

  • tägliches Singen
  • Begrüßungslied im Morgenkreis
  • Bewegen und Tanzen zu Bewegungsliedern
  • beim Singen den Rhythmus mitklatschen
  • Rhythmen klatschen und stampfen
  • mit Instrumenten Regengeräusche erzeugen: vom ersten Tröpfeln bis zum Sturm Lautstärke und Tempo langsam anschwellen und wieder abklingen lassen
  • Bodypercussion im Morgenkreis
  • selbst Instrumente bauen: Klangbaum, Handtrommel, Regenmacher, Rassel
  • Montessori-Lied am Ende des Abschlusskreises

4. Darstellen und Gestalten

Darstellen und Gestalten gehören zu den Grundbedürfnissen der Menschheit und zu den frühen Tätigkeiten eines Kindes. Sie ermöglichen es ihm zugleich, die Erfahrungen innerlich zu verarbeiten und bleibend auszudrücken.

Gestaltungsprozesse sind Erkenntnisprozesse. Sie stehen in einem wechselseitigen Verhältnis zur geistigen und körperlichen Entwicklung des Kindes.

Im Montessori-Kinderladen werden die Kinder durch die Arbeit mit den verschiedensten Materialien und durch die Erprobung unterschiedlicher Techniken angeregt, ihre eigene Kreativität zu entwickeln und umzusetzen. In unserem Verständnis bildnerischen Gestaltens gelten dabei die Fünf Goldenen Regeln:

  1. Korrigiere niemals ein Bild, eine Plastik oder ein Objekt, das Kinder hergestellt haben!
  2. Lass das Kind spüren, dass du sein Bild schätzt!
  3. Dränge niemals ein Kind dazu, sein Bild zu erklären, wenn es dies nicht von sich aus tut!
  4. Ermuntere Kinder zum Zeichnen, Malen, Collagieren, Formen und Bauen!
    Gib ihnen Anregungen! Stelle aber keine fest formulierten Aufgaben oder Aufträge!
  5. Sei neugierig auf das, was das Kind produziert!
    Auf diese Weise zeigt sich am Besten seine individuelle Neigung und Veranlagung!

Themenbereiche:

  • Malen, Modellieren, Collagieren
  • Kreativer Ausdruck

Praxisbeispiele:

  • Gestalten von Collagen zu verschiedenen Themen, z. B. Erntedank
  • Kürbisgesichter schnitzen
  • Basteln mit Kastanien und Eicheln
  • Obstgesicht gestalten
  • die „Meditative Rose” von Dalí nachempfinden
  • Farben mischen, mit Farben experimentieren
  • den Farbenkreis malen
  • Handpuppen aus Socken basteln
  • Theaterkulissen entwerfen, gestalten

5. Kosmische Erziehung/ Mathematik und Naturwissenschaften

Kinder haben ein großes Interesse an naturwissenschaftlich darstellbaren Erscheinungen der belebten und unbelebten Natur und am Experimentieren und Beobachten. Deshalb sollten die kindliche Neugier und der natürliche Entdeckungsdrang der Kinder dazu genutzt werden, den entwicklungsmäßigen Umgang mit Zahlen, Mengen und geometrischen Formen, mathematische Vorläuferkenntnisse und –fähigkeiten zu erwerben.

Für das mathematische Verständnis sind das Wahrnehmungs- und Vorstellungsvermögen von besonderer Bedeutung. Das von Montessori erarbeitete Entwicklungsmaterial fördert dies besonders intensiv, da alle Materialien keine Verbrauchsmaterialien sind, sondern immer wieder in die ursprüngliche Ausgangsposition zurückgebracht werden können. Die Kinder können unterschiedliche Ordnungsvarianten herstellen, Teile zusammenfassen oder ein Ganzes zerlegen, Muster legen und Größen erfassen

Die Kosmische Erziehung wird als eine Zusammenfassung aller naturwissenschaftlichen und geisteswissenschaftlichen Bereiche verstanden. Sie vereinigt in gewisser Weise all das, was diese Fächer gemeinsam haben: Die Entdeckung und Erkenntnis der (Um-)Welt und darüber hinaus der Schöpfung. Das Gemeinsame ist zugleich stofflicher als auch geistiger Inhalt der kosmischen Erziehung

Montessori sieht überall in der Natur eine kosmische Ordnung realisiert, in der alle Dinge des Universums Teile eines großen Ganzen und miteinander verbunden sind. Der Mensch ist zeitlebens für seinen Lebensraum, den Kosmos, verantwortlich. Die kosmische Erziehung, geht vom Ganzen, dem Kosmos, aus und bindet das Kind entsprechend seiner Entwicklungsphase in unser ganzes System ein.
Das Kind erhält zuerst eine Übersicht, ein Ordnungsschema vom Globalen und dann immer mehr Einzelheiten. Darum erschöpft sich Kosmische Erziehung auch nicht in der Behandlung von Sachkundethemen, sondern ist Teil des gesamten alltäglichen Geschehens und somit Grundhaltung einer ganzheitlichen Erziehung.

Ergänzt wird die Arbeit mit den Montessori-Materialien im Montessori-Kinderladen durch themenbezogene Spiel- und Lernangebote, die, altersgerecht angeboten, auch die Kommunikationsfähigkeit sowie die Kreativitätsentwicklung einbeziehen.

Der Grundgedanke ist auch hierbei, nach den Prinzipien der Montessori-Pädagogik selbsttätig und selbstständig zu lernen. Selbst tun heißt dabei, Wissen nicht bloß zu vermitteln, sondern ein Problem so vorzubereiten, dass eine Lösung wissenswert wird. Selbst tun heißt für die Kinder, neugierig sein auf dem Weg in Neuland und Experiment: Jedes soll durch kreative Eigenarbeit entdecken, dass es etwas kann.

Themenbereiche:

Mathematik
  • Zählen und Ordnen
  • Messen
  • Formen und Räume
Kosmische Erziehung
  • Forschen und Experimentieren
  • Fertigen und Gestalten
  • Zeit verstehen
  • Orte und Lebensräume
  • Computer und Medien

Praxisbeispiele:

  • Arbeit mit den Mathematikmaterialien
  • Zählspiele im Morgenkreis (vorwärts, rückwärts, in versch. Sprachen)
  • Würfelspiele
  • Anlegen eines Kräutergärtchens
  • Bau und Erprobung eines Fadentelefons
  • Projket „Dinosaurier”
  • Besuch im Planetarium
  • Experimentieren und Konstruieren mit Magneten
  • S-Bahn-Fahren: Fahrplan lesen, Ticket lösen, Ein- und Aussteigen
  • Verhalten im Straßenverkehr
  • Nutzung des Computers (Internetrecherche, Sprachförderprogramm)

6. Soziales Leben/ Werteerziehung/ Religiöse Bildung

Der Bildungsbereich Soziales Leben verbindet die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit und die Entwicklung sozialer Beziehungen miteinander. Das Zusammenleben in altersgemischten Kindergemeinschaften ermöglicht es dem Kind, seine Einzigartigkeit zu entdecken. Das Wissen um die eigene Persönlichkeit entwickelt sich, indem sich das Kind mit anderen austauscht, mit ihnen spielt und mit ihnen streitet. Besondere Bedeutung kommt dabei den gleichaltrigen Spielpartnern zu.

Im sozialen Zusammensein mit andern Kindern erkennt das einzelne Kind Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen sich selbst und den andern, es lernt andere anzuerkennen und erfährt selbst Anerkennung. Hier liegen die Voraussetzungen für das Erlernen von Demokratie sowie für das Akzeptieren von Werten, religiösen Orientierungen und Weltanschauungen.

Aufgabe der Erzieherinnen im Montessori-Kinderladen ist es, sowohl dem Eigensinn des einzelnen Kindes Rechnung zu tragen als auch über Regeln und Grenzen zugunsten des Gemeinsinns mit den Kindern zu verhandeln. Die Erzieherinnen unterstützen die Kinder darin, ihren eigenen Wünschen, Interessen, Bedürfnissen und Gefühlen Ausdruck zu verleihen und sie für die Wünsche, Interessen, Bedürfnissen und Gefühlen anderer zu sensibilisieren.

  • Persönliche Entwicklung: Selbstständigkeit
  • Soziale Entwicklung: Ich und die anderen
  • Emotionale Entwicklung: Selbstvertrauen
  • Verschiedene Kulturen und Glaubensrichtungen

Praxisbeispiele:

  • Begrüßung und Verabschiedung jedes Kindes
  • Übungen des Täglichen Lebens
  • Planung der Tagesaktivitäten im Morgenkreis
  • Besprechen von Regeln im Morgenkreis
  • Arbeiten in altersgemischten Gruppen
  • Geburtstage feiern
  • Feste im Jahreslauf feiern, teilweise gemeinsam mit den Eltern
  • Verabschiedung der Vorschulkinder am Zuckertütenfest
  • Prävention: Selbstbewusstsein stärken, „Nein-Sagen” thematisieren und üben
  • christliche Traditionen und Bräuche kennenlernen, z. B. Erntedank, St. Martin, St. Nikolaus, Adventsvesper
  • andere Kulturen und Sprachen kennenlernen
Windlichter gGmbH
Hochlandstr. 25
16540 Hohen Neuendorf

Öffnungszeiten:
Mo - Fr: 7.30 Uhr - 16.30 Uhr

Kontakt:
Tel.: 03303 401763
Email: sigrid.kraemer@windlichter-kita.de